Verfasst von: Reiner Dung | Juli 27, 2014

Wem gehört Palästina ?

 

16 Damals kamen zwei Dirnen und traten vor den König. 17 Die eine sagte: Bitte, Herr, ich und diese Frau wohnen im gleichen Haus, und ich habe dort in ihrem Beisein geboren. 18 Am dritten Tag nach meiner Niederkunft gebar auch diese Frau. Wir waren beisammen; kein Fremder war bei uns im Haus, nur wir beide waren dort. 19 Nun starb der Sohn dieser Frau während der Nacht; denn sie hatte ihn im Schlaf erdrückt. 20 Sie stand mitten in der Nacht auf, nahm mir mein Kind weg, während deine Magd schlief, und legte es an ihre Seite. Ihr totes Kind aber legte sie an meine Seite. 21 Als ich am Morgen aufstand, um mein Kind zu stillen, war es tot. Als ich es aber am Morgen genau ansah, war es nicht mein Kind, das ich geboren hatte. 22 Da rief die andere Frau: Nein, mein Kind lebt und dein Kind ist tot. Doch die erste entgegnete: Nein, dein Kind ist tot und mein Kind lebt. So stritten sie vor dem König. 23 Da begann der König: Diese sagt: Mein Kind lebt und dein Kind ist tot! und jene sagt: Nein, dein Kind ist tot und mein Kind lebt. 24 Und der König fuhr fort: Holt mir ein Schwert! Man brachte es vor den König. 25 Nun entschied er: Schneidet das lebende Kind entzwei und gebt eine Hälfte der einen und eine Hälfte der anderen! 26 Doch nun bat die Mutter des lebenden Kindes den König – es regte sich nämlich in ihr die mütterliche Liebe zu ihrem Kind: Bitte, Herr, gebt ihr das lebende Kind und tötet es nicht! Doch die andere rief: Es soll weder mir noch dir gehören. Zerteilt es! 27 Da befahl der König: Gebt jener das lebende Kind und tötet es nicht; denn sie ist seine Mutter. 28 Ganz Israel hörte von dem Urteil, das der König gefällt hatte, und sie schauten mit Ehrfurcht zu ihm auf; denn sie erkannten, dass die Weisheit Gottes in ihm war, wenn er Recht sprach.
Das salomonische Urteil – 1. Könige 3

 Wem gehört Palästina ?

 Salomonische Urteil

Wem gehört Jerusalem ?

Davids Stadt?

 Thema: Historische Ursprünge der Stadt Jerusalem und israelische Besitzrechte

Quelle: TV-Abendnachrichten ARD 08.01.2001, 20,10 Uhr
Urheber: Auslandskorrespondent Ulrich Schramm

AusSage:

Die historischen Ursprünge der Stadt Jerusalem gehen auf die Zeit des Königs David vor über 3000 Jahren zurück.Diese vom Korrespondent unkommentiert weitergegebene Behauptung legt nahe, auf die Stadt Jerusalem habe nur der Staat Israel ein begründetes Besitzrecht.

Grundsätzliche Begriffsprobleme

Es meint vermutlich jeder zu wissen, was mit Juden, Semiten und dem Staat Israel gemeint ist, doch hinsichtlich der Geschichte ist dies oft wohl ein Irrtum. Zu den Semiten gehörten nicht nur Israeli, Akkadier, Aramäer, Amoriter, Moabiter, Ammoniter und Edomiter. Auch die Babylonier, von denen Juden/Israeliten sagten, sie seien dort in „Gefangenschaft“ gewesen, waren ein Mischvolk aus semitischen Akkadiern und nichtsemitischen Hethitern.x(1) Zunächst stellt sich also die Frage, um wen es bei diesen Gebietsansprüchen überhaupt geht und wer sie erheben kann. Dies ist nur noch schwer rekonstruierbar innerhalb der Geschichte semitischer Völker, die als kulturarme Nomaden über Erzähltraditionen und oft schwer bestimmbare archäologische Fundstücke hinaus kaum nachprüfbare Zeugnisse ihrer Entwicklung hinterlassen haben. Sie könnte also letztlich nur mit der noch weitgehend dunklen Stadtgeschichte Jerusalems selbst klärbar sein und mit der Wanderungsgeschichte der Israeliten.

TextAuszug 🙂

 Fazit:

Das genannte Zitat kommentiert Demonstrationen nationalistischer Israelis, die den US-Friedensplan ablehnen, Jerusalem wegen der ständigen Konfrontationen in einen palästinensischen und einen jüdischen Teil zu trennen. Das damit verbreitete Argument eines ursprünglich „jüdischen“ Jerusalems ist Teil der üblichen Begründung für israelische Gebietsansprüche in Palästina, die mit historischen Berichten aus Bibeltexten legitimiert werden sollen; daher auch die Förderung der Archäologie im Staat Israel. Ob nun die heute so genannten „Palästinenser“ oder „Israelis“ mehr Recht an der Stadt haben, würde zunächst wieder eine Klärung von Begriff und Herkunft der ersteren im Vergleich mit letzteren voraussetzen. Das aber wäre schwierig, da sich hier Volks- und Religionsdefinitionen überschneiden könnten.Immerhin steht fest, daß der Ort des heutigen Jerusalem viele Jahrhunderte, vermutlich mehr als ein Jahrtausend vor der Ankunft semitischer Nomaden in Kanaa um 2000 v.Chr. bereits besiedelt war, wobei der ursprüngliche Name der Stadt wohl nicht mehr feststellbar ist. Das religiös definierte Volk Israels, auf das sich der heutige Staat gleichen Namens beruft, prägte sich nochmal rund 500 Jahre später aus. Sicher kann man erst von einer „jüdischen Stadt“ Jerusalem sprechen mit der Regierungszeit von David und der in diesem Zusammenhang greifbaren Namensgebung der Stadt. Das israelische Besitzrecht an Jerusalem bezieht sich insoweit mehr auf den Namen „Jerusalem“ als auf die Stadt. Diese hieß zu römischer Zeit „Aelia Capitolina“.Der Auslandskorrespondent der ARD hat sich im Rahmen der tatsächlich unübersichtlichen historischen Zusammenhänge hinter den aktuellen Streitigkeiten der Einfachheit halber wohl nur eine und nicht gerade kompetente Ansicht zu eigen gemacht, die im Dienst politischer Interessen steht. Richtig ist, daß die Stadt Jerusalem etwa 2000 Jahre v.Chr. entstand, falsch jedoch, daß dieser Ursprung israelisch/jüdisch sei, wobei der Hinweis auf David eine Zeitdifferenz von etwa 1.000 Jahren zu den Anfängen der Stadt ausmacht. Man sollte meinen, daß jemand, der am Ort wohnend beruflich mit Hintergrundkenntnissen der Materie befaßt ist, im Laufe seiner Arbeit etwas besseren Einblick finden konnte.

Den ganzen Artikel bei Sepp Depp lesen:

http://histor.ws/seppdepp/024.php
🙂

Palästina bei BildDung

https://bilddung.wordpress.com/2014/07/12/david-gegen-goliath/
https://bilddung.wordpress.com/2014/07/10/gerechtigkeit-und-frieden-fur-palastina/

 


Responses

  1. Hat dies auf Oberhessische Nachrichten rebloggt.

  2. Hat dies auf Aussiedlerbetreuung und Behinderten – Fragen rebloggt.

  3. Hat dies auf lotharhschulte rebloggt.


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