Verfasst von: Reiner Dung | April 28, 2013

Haben Tiere eine Seele ?

Speziezismus
22.01.2012
Die unbeschreibliche Grausamkeit der verbrecherischen Tierversuche in den Laboratorien der Pharma-Industrie und auf militärischem Sektor und der ebenso verbrecherischen Massentierhaltung in der Nahrungsmittel-, Kleidungs- und Freizeit-Industrie sowie Tierhandel, Jagd und Fleischessen sind Manifestation u. Symptom einer gemeingefährlichen, pathologischen, teuflischen Ideologie: Speziezismus.

von Norbert Knobloch

Die Jagd beispielsweise ist nicht als isoliertes Phänomen zu betrachten. Sie ist vielmehr lediglich eine Form einer kranken, kriminellen Geisteshaltung. Andere Manifestationen dieser rücksichts- und gefühllosen Gesinnung sind der Umgang mit Tieren in der Massentierhaltung, im Tierhandel mit Exoten, bei den Tierversuchen und auch das Fleischessen. Der Kern dieser gewalttätigen Haltung ist die Einstellung zu Tieren als bedenkenlos auszubeutende „Dinge“ oder „Sachen“. So verkündete PAPST JOHANNES PAUL II., offenbar geistig verwirrt und nicht zurechnungsfähig, noch in den 90er Jahren öffentlich allen Ernstes: „Es ist gewiß, daß Tiere zum Nutzen des Menschen geschaffen wurden. Das heißt, daß sie auch für Experimente benutzt werden dürfen.“ Das ist wahrlich diabolische, nämlich „durcheinanderwerfende“ Gotteslästerung (diabolos, griech.: falscher Ankläger, Verleumder; von diaballein: durch-einanderwerfen; aus dia: durcheinander, und ballein: werfen): Der Papst ist der Anti-Christ! (Vgl. die Offenbarung Jesu an Johannes 13: 16 – 18) Denn JESUS CHRISTUS war Vegetarier: „Wahrlich, Ich sage euch, darum bin Ich in die Welt gekommen, daß Ich abschaffe alle Blutopfer und das Essen des Fleisches der Tiere und Vögel, die von Menschen geschlachtet werden!“ (Das Evangelium Jesu, Kap. 75, Vers 9; vgl. auch das Evangelium der Essener)


Diese kranke Geisteshaltung, diese teuflische Ideologie bezeichnet der österreichische Philosoph, Psychiater, Psychologe u. Psychopathologe HELMUT F. KAPLAN1) in Anlehnung an „Sexismus“2) und „Rassismus“3) als „Speziezismus“, abgeleitet von „Spezies“, also „Art“. Allen dreien ist gemeinsam, daß biologische Merkmale – das Geschlecht, die Rasse oder die Art – zur Grundlage (diskriminierender) moralischer Bewertung und Behandlung gemacht werden. Der Sexist sagt: „Weil du ein Weib bist, hast du dem Manne zu gehorchen.“ Der Rassist sagt: „Weil du eine schwarze Haut hast, darf ich dich als Sklave halten und mißhandeln.“ Der Speziezist sagt: „Weil du ein Tier bist (zu einer anderen Art gehörst), darf ich dich quälen und morden.“ Das Irrationale und Skandalöse, Verbrecherische und Verwerfliche an Sexismus, Rassismus und Speziezismus ist, daß als Kriterium für moralische Bewertung und für die daraus unzulässig gefolgerte „Berechtigung“ zu einer diskriminieren-den Behandlung und ihrer vermeintlichen „Rechtfertigung“ willkürlich solche Eigenschaften herangezogen werden, die dafür völlig irrelevant sind: Geschlecht, Hautfarbe und Art.


Sexismus, Rassismus und Speziezismus verstoßen gegen das Gleichheitsprinzip und verletzen die Interessen und Rechte anderer. Das Gleichheitsprinzip behauptet nicht, daß die Menschen gleich seien – natürlich sind sie das nicht. Deshalb fordert es auch nicht, die Menschen gleich zu behandeln. Ebenso wenig behauptet das Gleichheitsprinzip, daß Menschen und Tiere gleich seien. Deshalb verlangt es ebenfalls nicht, Menschen und Tiere gleich zu behandeln. Was das Gleichheitsprinzip aber ohne Kompromiß und ohne Konzessionen verbindlich vorschreibt, ist dies: Wo und soweit Menschen und Tiere gleiche oder ähnliche Interessen haben, da müssen diese gleichen oder ähnlichen Interessen auch gleich oder ähnlich berücksichtigt werden. Punkt. Mit anderen Worten: Wo ein anderes Lebewesen die gleichen Interessen wie ich hat, da hat es auch die gleichen Rechte wie ich – zum Beispiel das Recht, schmerz-, angst- und leidfrei, körperlich unversehrt und glücklich in Freiheit zu leben.

Der zweite Kategorische Imperativ4) des größten Denkers des Abendlandes seit PLATON5), des deutschen Philosophen IMMANUEL KANT6) („Handle so, daß du die Menschheit, sowohl in deiner Person als in der Person eines jeden anderen, jederzeit zugleich als Zweck, niemals bloß als Mittel brauchst.“), muß also erweitert werden: „Handle stets und nur so, daß du alles Lebendige, sowohl in deiner Person wie auch in der Person eines jeden anderen Menschen, eines jeden Tieres und einer jeden Pflanze, jederzeit zugleich als Zweck, niemals allein als Mittel brauchst.“ Das und nur das ist wahrhaft ethisch und wahrhaft christlich.

Der große deutsche Philanthrop7) und Biophilist8) ALBERT SCHWEITZER9) nennt den Grund: „Ich bin Leben, das leben will, inmitten von Leben, das leben will.“ Der praktizierende Christ SCHWEITZER führt weiter aus: „»Ethik« besteht darin, daß ich die Nötigung erlebe, allem Willen zum Leben die gleiche Ehrfurcht vor dem Leben entgegenzubringen wie dem eigenen. Damit ist das denknotwendige Grundprinzip des Sittlichen gegeben: Gut ist [es], Leben zu erhalten und [zu] fördern, böse ist [es], Leben [zu] vernichten und Leben [zu] hemmen. (…) Ethik ist ins Grenzenlose erweiterte Verantwortung gegen [für] alles, was lebt.“ (ALBERT SCHWEITZER, Kultur und Ethik, München 1960, S. 331 / 332; Anm. d. d. Verf.)

In Übereinstimmung mit ihm kommen die Tierrechtler PETER SINGER10), TOM REGAN11) und HELMUT F. KAPLAN zu dem zutreffenden Schluß: Speziezismus, unser Umgang mit Tieren und Pflanzen, befindet sich logisch und ethisch auf derselben Stufe wie Rassismus und Sexismus – nämlich auf der niedrigsten – und ist deshalb ebenso wenig zu rechtfertigen wie diese, sondern ebenso anzuklagen, zu verurteilen, zu bestrafen und zu unterbinden wie diese.
Bei dieser Gelegenheit und an dieser Stelle ist es angebracht und notwendig, einmal die unsägliche „political correctness“ des „Mainstream“ zu entlarven und zu entkräften:

Ethikern12) allgemein und Tierschützern insbesondere wird oft der gedankenlose Vorwurf gemacht, in ihrer Sprache zu „emotional“ und zu wenig „sachlich“, zu „radikal“ und zu „rigoros“ zu sein. Ganz besonders wird dieser Vorwurf erhoben im Zusammenhang mit der Beschreibung der (eigentlich unbeschreiblichen) Verbrechen, die Voraussetzung für den widernatürlichen menschlichen Konsum von tierlichen Leichenteilen, von tierlichem Aas sind: Aufzucht, Haltung, Transport und Schlachtung jener Lebewesen, deren Kadaver für die egozentrische Befriedigung des künstlich geprägten „Bedürfnisses“ nach einem pervertierten (abartigen, entarteten) Geschmacks-Erlebnis, einem flüchtigen sog. „Genuß“ bestimmt sind.

„Kritisiert“ wird von „politisch korrekten“ Gegnern zum Beispiel, daß Folter als »Folter«, Mord als »Mord« und Mörder als »Mörder« tituliert werden. Mitunter wird auch „wohl-wollend“ zu „bedenken“ gegeben, daß Tierschützer sich und ihrem Anliegen mit einer allzu „drastischen“ Sprache einen „Bärendienst“ erwiesen, da sie andere Menschen dadurch nur abschreckten und abstießen. HELMUT F. KAPLAN nimmt zu diesen unsinnigen, unbegründeten und unberechtigten Vorwürfen in seinem Buch „Leichenschmaus“ grundsätzlich Stellung:

Zunächst weigert er sich zu Recht, diese „Kritik“ ernst zu nehmen. Denn dies zu tun hieße, die Tatsachen zu verharmlosen und vom Wesentlichen abzulenken. Wo es um den organisierten, institutionalisierten, systematischen, methodischen industriellen Massenmord um des Profits und des Egoismus willen geht, da sind Forderungen nach „Etikette“ und „Höflichkeit“, „Rücksichtnahme“ und „Toleranz“ völlig unangebracht und makaber. Angesichts des ungeheuren Verbrechens und des entsetzlichen Leids, um die es hier geht, entbehrt es nicht des Zynismus und der Chuzpe, sich in (pseudo-) „ästhetisierenden Stilfragen“ zu ergehen. Wo lebenslanges Leiden und grausamstes Sterben dokumentiert werden, verbietet sich eine ernstgemeinte Diskussion nebensächlicher Formfragen von selber.

Aber auch in der Sache selber ist diese gekünstelte, gezwungene Debatte völlig unangebracht. Denn: Was ist denn nun eigentlich der Skandal – die fürchterlichen Fakten, das blutige, himmelschreiende Unrecht und das unendliche Leid der Opfer, oder die „drastische“ Dokumentierung dieser Fakten mittels einer adaequaten, veranschaulichenden Sprache? Wer ist denn eigentlich der moralisch / ethisch (und juristisch) zu Verurteilende – derjenige, der unschuldige, wehr- und hilflose Lebewesen barbarisch zu Tode quält und abschlachtet (und seine Auftraggeber: Industrie und Verbraucher), oder derjenige, der dies dokumentiert?

Oder ist das wirkliche Ärgernis, der Stein des angeblichen Anstoßes vielleicht etwa gar nicht, daß täglich Millionen unschuldiger, wehr- und hilfloser Lebewesen für trivialste Zwecke abgeschlachtet werden, sondern daß der angeblich „mündige Bürger“ durch die anschauliche Schilderung dieses Verbrechens aus seinem wohligen Konsum-Delirium aufgeschreckt, bei seiner narzißtischen Nabelschau gestört und an seiner feigen Verdrängung gehindert wird…?!

Das Naheliegendste und Wichtigste wird dabei meistens völlig übersehen oder verschwiegen: grausame und grauenhafte Fakten lassen sich nun einmal nur mit einer ihnen entsprechenden Sprache angemessen beschreiben und realistisch darstellen. Für die Schilderung dessen, was in einem Mastbetrieb, einer Legebatterie oder in einem Schlachthof geschieht, bedarf es notwendig anderer Worte als für die Beschreibung eines erbaulichen Kindergeburtstages. Wer angesichts dessen, was täglich, stündlich, minütlich, ja sekündlich Tieren angetan wird, eine „neutrale“ Sprache fordert, der leidet entweder an völlig verzerrter Wahrnehmung oder totaler Verdrängung der Realität – beides ist im klinischen Sinne hochgradig pathologisch (krank).

Schließlich fragt HELMUT F. KAPLAN völlig zu Recht: Wer will sich eigentlich anmaßen zu fordern, daß wir als vermutlich einzige empathie-begabte Wesen, nämlich als Menschen, angesichts fremden Leidens emotionslos, „sachlich“ und „neutral“ bleiben sollten?? Und wer will sich eigentlich anmaßen zu verlangen, daß wir als Menschen zu offensichtlichem Leiden und zu offenkundigem Unrecht nicht emotional Stellung nehmen dürften?? Wer hat denn nun ein gestörtes Verhältnis zur Realität und zur Emotionalität: derjenige, der angesichts des Grauens Emotionen hat und zeigt, oder derjenige, der angesichts des größten Verbrechens „sachlich“ wie ein Roboter bleibt?? Worin besteht denn sonst das Menschsein, wenn nicht im Mitfühlen und Erbarmen, in Barmherzigkeit?? (Vgl. die Lehren CHRISTI und des BUDDHO)

Der österreichische Ethologe (Verhaltens-Forscher) und Nobelpreisträger KONRAD LORENZ13) (der mit den Graugänsen) bezeichnet diesen bedenklichen und gemeingefährlichen Verlust des Empathie-Vermögens in seinem Buch „Die acht Todsünden der zivilisierten Menschheit“ als „Wärmetod des Gefühls“ und bringt die richtige Konsequenz kurz und klar auf den Punkt:

„Ein Mensch, der ein höheres Säugetier, etwa einen Hund (…), wirklich genau kennt und nicht davon überzeugt wird, daß dieses Wesen ähnliches erlebt wie er selbst, ist psychisch abnorm und gehört in eine geschlossene psychiatrische Klinik, da eine Schwäche der Du-Evidenz [Empathie] ihn zu einem gemeingefährlichen Monstrum macht.“ (1980)

(teilweise nach HELMUT F. KAPLAN, „Leichenschmaus. Ethische Gründe für eine vegetarische Ernährung.“ Rowohlt Sachbuch 9513, Rowohlt Taschenbuch Verlag GmbH, Reinbek bei Hamburg, Juni 1993, Copyright © 1993 by Rowohlt Taschenbuch Verlag GmbH)

„Wenn es um Tiere geht, wird jeder zum Nazi. (…) Für die Tiere ist jeden Tag Treblinka.“
(ISAAC BASHEVIS SINGER [1902 – 1991], Literatur-Nobelpreis-Träger)

„Die Frage ist nicht: können sie denken? Die Frage ist auch nicht: können sie sprechen? Die Frage ist: können sie leiden?“
(JEREMY BENTHAM [1748 – 1832], Philosoph)

„Wer gegen Tiere grausam ist, der kann kein guter Mensch sein.“
(ARTHUR SCHOPENHAUER [1788 – 1860], Philosoph)

„Niemals fand ich Menschenliebe, wo keine Tierliebe war.“
(KONRAD LORENZ [1903 – 1989], Ethologe)

„Wer Pflanzen und Tiere nicht achtet, wird auch sehr bald seine Achtung vor den Menschen verlieren.“
(STANDING BEAR alias PLENTY KILL, Dakota [“Sioux”])

„Vom Tiermord zum Menschenmord ist es nur ein kleiner Schritt und damit auch von der Tierquälerei zur Menschenquälerei.”
(LEW TOLSTOI [1828 – 1910], Literat)

Vielen Dank an Norbert Knobloch und mmnews.

Die AnMerkungen zu den Quellen bitte bei mmnews.de nachlesen :

http://www.mmnews.de/index.php/i-news/9291-speziezismus

Albert Schweitzer Ehrfurcht vor dem Leben

Wie Tiere fühlen – W wie Wissen – DAS ERSTE

ARD

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Haben Tiere eine Seele

Haben Tiere eine Seele? – Religionen als Anwälte der Tiere – 06.02.2013

Tiere werden immer stärker als Subjekte mit Rechtsansprüchen, denn als Geschöpfe Gottes – als Brüder und Schwestern des Menschen wahrgenommen. „Haben Tiere eine Seele?“, das ist die Frage, die alles verändern könnte. Autor: Christian Feldmann

Read more: http://podcast.getwebreader.com/br-online-podcast-mp3-download-bayern2/mp3-haben-tiere-eine-seele-religionen-als-anwalte-der-tiere-06-02-2013-download/2013/02/1088-485485#ixzz2RhMp46Ea

http://podcast.getwebreader.com/br-online-podcast-mp3-download-bayern2/haben-tiere-eine-seele-religionen-als-anwalte-der-tiere-06-02-2013/2013/02/1088-485485

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Kommen Tiere in den Himmel

Kommen Tiere in den Himmel? Dr. Rainer Hagencord – Bibel TV das Gespräch

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Andrea Rischka (Rzyszka) „Für alle Blumen, für alle Tiere“

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Wieviel ist ein Krüppel wert ?

https://bilddung.wordpress.com/2012/07/08/wieviel-ist-ein-kruppel-wert/

https://bilddung.wordpress.com/2013/01/31/rinderseuche-botulismus-fleisch-kranker-tiere-im-handel/

https://bilddung.wordpress.com/2013/02/25/vegetarier-leben-langer-gesunder-und-bewusster/

DenkMalnachBilder :

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