Verfasst von: Reiner Dung | November 1, 2012

Das Ende ist nur der Anfang

Besinnliches, Gedanken zu Allerheiligen.

Angst vor dem Tod – von Manfred Voss

Das Thema “Angst vor dem Tod”, wie es Martin in seinem Artikel Wer ist stärker: der Mönch oder der General? antriggerte, ist dermaßen fundamental, dass ich nicht daran vorbeikomme, einige Bemerkungen hierzu anzuschließen:

Frage: Who am I?
Antwort: A temporary face in a cloud

… das ist AUCH und vor allem ganz grundsätzlich wahr. Ich bin eine zeitweilige Erscheinungsform. Anders herum: Der Tod ist die einzige und wirklich unerschütterliche Gewissheit, die wir haben – die notwendige Kehrseite der einzig möglichen Gewissheit “Ich bin”. Tod definiert Leben.

Jeder Mensch kann sich entweder der Wahrheit seines Todes zuwenden und ihm den Stellenwert im Leben geben, der ihm zukommt (und das ist KEINE morbide Angelegenheit), oder sich in Furcht davor abwenden (DIESE Furcht ist morbid!), mit unterschiedlichen Strategien, z.B.

Aufschieben: dauert ja noch 30, 40, 50 Jahre … hat noch Zeit.
Beschwichtigung: der Tod ist ja nicht endgültig, sondern Übergang zu Paradies, wahlweise Reinkarnation.
Ablenkung: da gibt´s unendlich viele Möglichkeiten – Heim, Arbeit, Familie, Sport, Einkaufen, Bücher, Fernsehen, Süchte, Hobbies, oberflächliche Gespräche, tägliche Routinen …

Das MUSS natürlich nicht so sein, ist es aber in vielen Fällen – mehrheitlich, soweit ich sehe. Und das ist für mich der wesentliche Unterschied zwischen erwachsen und nicht erwachsen, und die Grundlage für den desolaten Kindergarten in unserer jetzigen Welt … nicht erwachsen werden wollende Kinder, die sich aus Angst vor dem Schwarzen Mann die Decke über den Kopf ziehen und sich nicht näher damit beschäftigen wollen – und gleichzeitig schafft dies eine Lücke (= mal wieder Yin), die dann zum Machtinstrument wird – sehr nützlich für Priester und sonstige Mittelsmänner, die dir dann einreden können/wollen (= das zugehörige Yang), was die Existenz von dir will, und was du dementsprechend zu wollen hast 😦

Gelegenheiten, dem Tod zu begegnen, hat wohl jeder häufiger in seinem Leben, mal mehr, mal weniger … ich versuche z.B. dann immer, mit offenen Augen und wachem Herzen präsent zu sein. Auch habe ich z.B. in Indien häufig den Verbrennungsplatz in der Nähe eines Ashram aufgesucht (da lagen dann etliche Knochen herum, manchmal wurde gerade jemand verbrannt, umrahmt von Ritualen), um mich dieser Wirklichkeit zu stellen. Und im Laufe der Zeit, ob durch Übung oder auch durch natürliche Signale des eigenen physischen Alterns, verstärkt sich die Zuwendung.

Eine SEHR GUTE Übung ist auch, im Alltagsleben immer mal wieder innezuhalten und sich ganz bewusst zu fragen: Wenn ich jetzt genau wüsste, dass ich morgen nicht mehr hier bin – welche Wertigkeit hat das, was ich jetzt gerade mache?

Da wird jeglicher Ausdruck von Ego ganz schnell zu einer Absurdität …

I said to Life: “I would like to hear Death speak.”
And Life raised her voice a little higher and said: “You hear him now.”
(Khalil Gibran)

übersetzt etwa:
Ich sprach zum Leben: “Ich möchte gerne den Tod sprechen hören.”
Und Leben erhob die Stimme ein wenig, und sagte: “Du hörst ihn jetzt.”

Leben und Tod sind eine untrennbare Einheit. Vielleicht sollten wir ein neues Wort für diese Einheit erfinden: Bereits die Sprache ist hier grundsätzlich irreführend – sie gaukelt eine Trennung vor, die nicht existiert.

Jedes Einatmen ist ein Stück Leben, jedes Ausatmen ein Stück Tod … Essen/Ausscheidung ebenso wie alle weiteren Stoffwechselvorgänge, Lernen/Vergessen usw. – in allen Lebensbereichen ist diese Einheit zu finden. Noch einmal: Nicht der Tod ist morbid, sondern die Angst vor dem Tod, da sie das Leben be- bzw. sogar ver-hindert.

Auf der biophysikalischen Ebene ausgedrückt: Die Existenz jedes Lebewesens ist ein dynamisches Fließgleichgewicht, ein sogenannter metastabiler Zustand weit jenseits des thermodynamischen Gleichgewichts, nur möglich durch einen ununterbrochenen Durchsatz von Energie und Information, von Werden und Vergehen.

“Memento Mori” = “Sei Dir stets bewußt, dass Du sterblich bist” ist eine hochwirksame Meditation für jede Lebenslage, und es ist gleichzeitig auch die grundsätzlichste Form von Meditation überhaupt: “Meditation heißt, sterben zu lernen, solange Du noch im Körper bist”, habe ich mal (ich glaube von Osho) gehört. Es ist das Einzige, dessen wir uns WIRKLICH sicher sein können – der solide Boden, auf dem wir stehen … ohne diesen Boden gibt es keinen Weg, auf dem wir gehen könnten.

Viele Menschen haben das erkannt und immer wieder neu formuliert, aber es zu hören ist erst der Anfang: Jeder Einzelne muß dies ganz allein für sich selbst neu erkennen, nur hören nützt nichts. Es geht nicht um äußere Information, sondern um innere Transformation aufgrund dieser Erkenntnis.

z.B. Mozart (in einem Brief an seinen Vater, frei aus meiner Erinnerung):
“Der Tod ist der beste und treueste Freund des Menschen … ich danke Gott, daß er mir gnädig die Gelegenheit geschenkt hat, zu lernen, daß der Tod der Schlüssel ist, der das Tor zu unserer wahren Seligkeit öffnet.”

Oder der Dalai Lama (ebenfalls frei aus meiner Erinnerung):
“Awareness of death is the very bedrock of the entire path. Until you have developed this awareness, all other practices are obstructed.”
übersetzt etwa:
“Das aktive Wissen um den Tod ist das wirkliche Grundgestein jedes Pfads. Bevor du nicht dieses Wissen entwickelt hast, sind alle anderen Praktiken blockiert.”

Zum Abschluß fällt mir noch Osho ein:
“If you know death, you know eternal life.”
übersetzt etwa:
“Wenn du den Tod kennst, kennst du das ewige Leben.”

Jede “spirituelle Lehre”, die dieses Grundwissen nicht ausreichend klar formuliert und zu vermitteln versucht, ist in meiner Sicht irreführender Unsinn.

“Memento mori” – der ultimative Weckruf des Lebens … wenn nicht jetzt, wann dann?

Euer Manfred Voss
Den ganzen Artikel lesen bei Martin Bartonitz
http://faszinationmensch.wordpress.com/2012/10/22/angst-vor-dem-tod/

“Memento mori” – der ultimative Weckruf des Lebens … wenn nicht jetzt, wann dann? Gedenke, dass du sterblich bist.

Lebe jeden Tag so, als wäre es Dein letzter.

Sterben gläubige Menschen leichter?
Spiritualität im Sterbeprozess

Linus S. Geisler

Ein junger Mann, der seinen Zivildienst auf der Tumorstation einer Universitätsklinik abgeleistet hatte, schrieb später über diese Zeit:
„Hier fiel mir vermehrt auf, dass Patienten, die auf mich ruhiger, gelassener und zufriedener wirkten, auch häufig über Glauben und Spiritualität sprachen. So stellte ich schon vor meinem Studium die Hypothese auf, dass Menschen, die auf irgendeine Art und Weise gläubig sind, weniger Angst vor Tod und Sterben haben.“
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Das British Medical Journal hat im Januar 2000 eine ganze Ausgabe dem Thema A good death gewidmet. In dem Editorial wendet sich der Herausgeber Richard Smith an die Leser des BMJ und empfiehlt ihnen, falls sie es bisher nicht getan hätten, mit den Vorbereitungen auf das Sterben zu beginnen. Immerhin würde jeder BMJ-Leser noch in diesem Jahrhundert sterben.

Das Editorial nennt zwölf Prinzipien eines „guten Todes“:

Prinzipien eines „guten Todes“

Zu wissen, wann der Tod kommt und zu verstehen, was zu erwarten ist
Die Kontrolle über das Geschehen zu behalten
Würde und Privatsphäre zugestanden zu bekommen
Eine gute Behandlung der Schmerzen und anderer Symptome
Die Wahl zu haben, wo man sterben möchte (zu Hause oder anderswo)
Alle nötigen Informationen zu bekommen
Jede spirituelle und emotionale Unterstützung zu bekommen
Hospizbetreuung überall, nicht nur im Krankenhaus
Bestimmen zu können, wer beim Ende dabei sein soll
Vorausbestimmen zu können, welche Wünsche respektiert werden sollen
Zeit zu haben für den Abschied
Gehen zu können, wenn die Zeit gekommen ist und keine sinnlose Lebensverlängerung zu erleiden

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Spirituelle Erlebnisse wurden von Christen und Nichtchristen, von Gläubigen und Nichtgläubigen gleichermaßen gemacht.
Der Arzt Arnd Büssing von der Universität Witten/Herdecke kommt auf Grund seiner umfangreichen Erfahrungen mit den Auswirkungen von Spiritualität und Religiosität bei Krebskranken zu der Erkenntnis, Religiosität habe zwar keinen Einfluss auf die physische Gesundheit. „Allerdings gehen religiöse Menschen mit ihrer Krankheit anders um.“ So erzählte ihm eine Patientin mit nicht mehr heilbarem Lungenkrebs, dass sie sich einer Gebets- und Meditationsgruppe angeschlossen habe. Obwohl der Krebs trotz aller Therapiebemühungen weiter fortschritt, „fühlte sie sich dennoch erlöst.“

Die Psychologin Colleen McClain-Jacobsen fand bei ihren Untersuchungen an 271 Krebspatienten im Endstadium, dass vor allem Spiritualität einen starken positiven Effekt auf seelische Zustände hatte, während dies für den Glauben an ein Leben nach dem Tode nicht sicher galt.

Die ursprünglich gestellte Frage „Sterben gläubige Menschen leichter?“ könnte vielleicht in behutsamer Weise so beantwortet werden:

Menschen, deren Gläubigkeit auf einer verinnerlichten, überzeugungsgeleiteten Religion und auf einer vertrauensvollen Gottesbeziehung beruht
und die offen sind für spirituelle Erfahrungen, können auf ein leichteres, versöhnteres Sterben hoffen.

Den ganzen Artikel lesen :
http://www.linus-geisler.de/vortraege/0902phos_spiritualitaet-sterbeprozess.html

British Medical Journal – A good death
Prinzipien eines „guten Todes“

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Der Tod ist ein wunderbares Erlebnis

Seine Querdenker-Sendung am 26. August 98 widmete Franz Alt ausschließlich der Sterbeforscherin Elisabeth Kübler-Ross. Vor einem Jahr hatte der SPIEGEL einen Artikel und ein Interview mit der weltbekannten Sterbeforscherin veröffentlicht, das viele Leserinnen und Leser ihrer Bücher überraschte und zum Teil auch enttäuschte.

Der SPIEGEL schrieb so, als würde Elisabeth Kübler-Ross nach mehreren Schlaganfällen und jetzt dem Tode nahe ihre eigenen Sterbethesen widerrufen. Sie hatte immer betont: „Es gibt keinen Tod. Das Sterben ist nur ein Übergang.“ Dazu sagt Elisabeth Kübler-Ross jetzt im Gespräch mit Franz Alt: „Die Leute im „SPIEGEL“ – das sind Superidioten. Die haben etwas das Gegenteil von dem geschrieben, was ich Ihnen sagte. Auch das angebliche Interview mit mir habe ich nie autorisiert.“
„Es gibt keinen Tod“
Ein Gespräch mit der Sterbeforscherin Elisabeth Kübler-Ross

Mit 23 Ehrendoktortiteln ist sie wahrscheinlich die am häufigsten ausgezeichnete Wissenschaftlerin der Welt. 30 Jahre lang hatte sie weltweit verkündet: Der Tod ist ein wunderschönes Erlebnis. Jetzt liegt die gebbürtige Schweizerin nach ihrem sechsten Hirnschlag selbst im Sterben.

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„Es gibt keinen Tod. Der Tod ist nur ein Übergang in eine andere Frequenz und ein wunderbares Erlebnis.“

Was sie selbst als ihre wichtigste Leistung ansehe? „Daß ich den Tod und das Sterben aus der Toilette herausgeholt habe. Allein in den USA war ich für 2000 Sterbehospize verantwortlich. Heute können die Sterbenden wählen, ob sie zu Hause, im Krankenhaus oder im Hospiz auf die andere Seite gehen können.“ Auf die andere Seite? „Ja, ich bleibe dabei. Es gibt keinen Tod. Der Tod ist nur ein Übergang in eine andere Frequenz und ein wunderbares Erlebnis. Das Leben ist viel schwerer als der Tod. Die Angst vor dem Tod ist unbegründet.“

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„Der Moment des Todes ist ein befreiendes, schönes Erlebnis.“

Kann Elisabeth Kübler-Ross durch ihre Erlebnisse mit Hunderten von Sterbenden und aus Tausenden von Sterbeprotokollen, die sie gesammelt hat, den Moment des Todes näher beschreiben? „Der Moment des Todes ist ein befreiendes, schönes Erlebnis. Man löst sich von seinem Körper. Man beobachtet ihn von oben ohne Angst und ohne Schmerzen und ohne Heimweh. Sterbende haben Glücksgefühle. Der Glückszustand der Transformation vom körperlichen zum körperlosen Zustand ist unbeschreiblich schön.“

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„Genießt mehr das Leben, tanzt mehr, esst Schweizer Schokolade und arbeitet nicht nur.“

Würde Elisabeth Kübler-Ross, Autorin von 20 Büchern zum Thema Tod und Sterben, etwas anders machen, wenn sie es nochmals könnte? „Nein, nichts. Was sie als Summe ihrer Erkenntnisse weitergeben könnte, frage ich die Schweizerin. „Genießt mehr das Leben, tanzt mehr, esst Schweizer Schokolade und arbeitet nicht nur. In der Schweiz wurde ich nach dem Grundsatz erzogen: arbeiten, arbeiten, arbeiten. Du bist nur ein wertvoller Mensch, wenn du viel arbeitest. Dies ist grundfalsch. Halb arbeiten, halb tanzen: Das ist die richtige Mischung! Ich selbst habe zuwenig getanzt und zuwenig gespielt.“ © Franz Alt 1998

Den ganzen Artikel lesen bei Franz Alt :
http://www.sonnenseite.com/Querdenker,Der+Tod+ist+ein+wunderbares+Erlebnis,37,d2812.html

Lebe im Bewusstsein – Fühlen statt sehen.

„Vollendete Weisheit – in diesem Zusammenhang gleichbedeutend mit Erleuchtung – ist das Ziel . Es bedeutet, alle negativen Emotionen und alle Verblendung abzulegen – die Dinge zu sehen, wie sie wirklich sind. Nicht-Erleuchtete sehen dagegen die Dinge so, wie sie sie gerne hätten – und nicht wie sie wirklich sind. Alle Nicht-Erleuchteten leben in einem Zustand geistiger Verblendung und spiritueller Blindheit.
wissen statt glauben – fühlen statt wissen.
Erleuchtung hat nichts mit Bildung oder Intellekt zu tun. “

Das Ende ist mein Anfang


Hochgeladen von vipmagazin
Originaltitel: Das Ende ist mein Anfang / The End Is My Beginning

Wolfsheim Kein Zurück


Hochgeladen von mdczr am 22.07.2009

Es geht kein Weg zurück …

Weißt du noch, wie’s war ?
Kinderzeit… wunderbar…
Die Welt ist bunt und schön.
Bis du irgendwann begreifst,
Dass nicht jeder Abschied heißt,
Es gibt auch ein Wiedersehen

Immer vorwärts, Schritt um Schritt …
Es geht kein Weg zurück!
Und Was jetzt ist, wird nie mehr ungeschehen.
Die Zeit läuft uns davon, Was getan ist, ist getan.
Was jetzt ist, wird nie mehr so geschehen.

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