Verfasst von: Reiner Dung | August 20, 2012

Sie sind so mies – Sie sind widerlich

Wenn ich mir heut so den Onassis betracht –
den hat man doch nicht als Onassis gemacht.
Der war erst Geschätsmann, vielleicht kein sehr feiner,
aber das war verständlich, denn er war ja ein kleiner.
Dann wurde er groß, und jetzt ist er doch wer!
Warum ist der Mann bis heute nicht fair?
Oder nehmen wir den Nixon, der sitzt doch on Top.
Der braucht nicht intrigiern für ein‘ besseren Job,
der hat seine Stellung, hat seine Pension –
warum ist der so mies? Was hat er davon?
Warum können führende Menschen auf Erden
nicht freundlicher, selbstloser, menschlicher werden?
Ich hab drüber sehr lange nachgedacht,
und jetzt weiß ich die Lösung, geben Sie acht:

Diese führenden Menschen,

die sind so mies. Ja, die sind so mies,
die Nixons und die Krupps und die Onassis.
Sie sind so mies, wollen das und dies
und wissen dabei nicht einmal, was was ist.
Sie wollen nur und feilschen nur und lügen nur und stehlen nur
und riechen nur die nichtvorhandnen Lunten.
Sie wünschen dir ich weiß nicht was, denn du bist da und sie sind da,
und wichtig ist vor allem: Du bist unten.

Sie sind so mies. Ja, sie sind so mies,
die großen und die kleineren Verbrecher.
Der schönste Platz wird kein Paradies –
sie bohren überall dieselben Löcher.
Sie schrauben dir die Blumen und die Bäume ab
und treten dich voll Freude in den Bauch.
Sie sind so mies, ach, so schrecklich mies,
und sie glauben, alle andern sind es auch.

Sitzen sie im Aufsichtsrat, in Vorstand und Verwaltung,
woll’n sie noch womöglich Präsident sein.
Sind sie schon Professor, General und Generaldirektor,
woll’n sie noch ihr eigner Konkurrent sein.
Hab’n sie schon Millionen und Millionen und Millionen,
klau’n sie immer noch zehn Pfennig am Klosett.
Und steh’n sie in der Zeitung, krieg’n sie jedes Mal Orgasmen,
die gehn ihnen dann später ab im Bett.

Sie sind so mies. Sie sind widerlich,
die Rockefellers, Neckermanns und Thyssens.
Nur Kriege teilen sie brüderlich,
und du und ich und alle andern büßen’s.
Sie haben zwanzig Wohnungen und Farmen und Besitze,
Dividenden, Hypotheken und Renditen.
Doch wenn du dich auf zwei Zimmer drückst und gottbehüt noch Kinder kriegst,
erhöhen sie die Preise und die Mieten.

Sie sind so mies, krieg’n den Hals nicht voll,
wobei ja wir für sie nur dummes Vieh sind.
Ich weiß nicht, wie sich das ändern soll,
weil wir doch leider nie so mies wie die sind.
Sie stopfen sich die Taschen und den Magen voll.
(Die Knochen kriegt der Kanzler, der Kurier.)
Sie sind so mies, so entsetzlich mies,
und dabei: Freude hab’n die weniger als wir.

Aber währ’nd wir davon reden, fällt der Papst mir ein,
der ja auch nicht höher steigen kann, als er schon ist.
Aber trotzdem muß er raffen, seine Pfarrer segnen Waffen,
Er hat nichts von seiner Nülle, doch verbietet er die Pille,
und er sagt den Kardinälen: Ich will Seelen, Seelen, Seelen,
und verordnet und verlangt und proklamiert.
Ja, was hat er denn, was hat der Kardinal, der Bischof, Erzbischof
davon? Die sind doch alle arriviert!

Aber sie sind so mies. Ja, sie sind so mies,
sie droh’n uns mit der Hölle und dem Himmel.
Sie segnen uns und sie lächeln süß
und wecken uns am Sonntag mit Gebimmel.
Der Vater soll die Steuer zahl’n. Die Mutter soll zur Beichte gehn.
Die Kinder sind schon stramme Onanisten.
Nur zu Indern und Chinesen sind sie manchmal nett gewesen,
denn man braucht ja schließlich immer neue Christen!

Für uns wärn’s sicher auch kein Verlust,
die Pfarrer und Pastor’n und Ministranten.
Die Römer hab’n schon genau gewusst,
warum sie sie nach Möglichkeit verbrannten.
Mit Franco Konkordate schließen, das können sie.
Wie viel Tyrannen hab’n sie schon gekrönt?!
Sie sind so mies, so beharrlich mies –
ach, ich habe mich bis heute an die grundlos miesen Leute
einfach um’s Verrecken nicht gewöhnt!

Georg Kreisler: Sie sind so mies

gefunden auf : http://lyrics.wikia.com/Georg_Kreisler:Sie_Sind_So_Mies
http://lyrics.wikia.com/Georg_Kreisler

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Georg Kreisler – Sie sind so mies   MusikVideo

http://www.youtube.com/watch?v=G1XjMKOr1lM

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Georg Franz Kreisler (* 18. Juli 1922 in Wien; † 22. November 2011 in Salzburg) war ein Komponist, Sänger und Dichter, der aus einer jüdischen österreichischen Familie stammte und als Emigrant 1943 die US-amerikanische Staatsbürgerschaft angenommen hatte. Dagegen, vor allem als Kabarettist bezeichnet zu werden, hat sich Kreisler, der diesen Beruf in jungen Jahren zur Bestreitung seines Lebensunterhalts ausgeübt hatte, immer wieder gewehrt.
 
Die Anfänge seiner Karriere lagen in Amerika, und ab Mitte der 1950er Jahre wurde er im deutschen Sprachraum populär durch Lieder wie „Tauben vergiften“, „Der Tod muss ein Wiener sein“ und „Wie schön wäre Wien ohne Wiener“. Mit seinem schwarzen, tiefsinnigen und poetischen Humor und Sprachwitz hat Kreisler das musikalische deutschsprachige Kabarett seiner Zeit als Interpret und Verfasser eigener Werke stark geprägt.
http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_Kreisler

„Regiert sein heißt, unter polizeilicher Überwachung stehen, inspiziert, spioniert, dirigiert, mit Gesetzen überschüttet, reglementiert, eingepfercht, belehrt, bepredigt, kontrolliert, eingeschätzt, abgeschätzt, zensiert, kommandiert zu werden durch Leute, die weder das Recht, noch das Wissen, noch die Tugend dazu haben… Regiert sein heißt, bei jeder Handlung, bei jedem Geschäft, bei jeder Bewegung versteuert, patentiert, notiert, registriert, erfasst, taxiert, gestempelt, vermessen, bewertet, lizenziert, autorisiert, befürwortet, ermahnt, behindert, reformiert, ausgerichtet, bestraft zu werden.

Es heißt, unter dem Vorwand der öffentlichen Nützlichkeit und im Namen des Allgemeininteresses ausgenutzt, verwaltet, geprellt, ausgebeutet, monopolisiert, hintergangen, ausgepresst, getäuscht, bestohlen zu werden; schließlich bei dem geringsten Widerstand, beim ersten Wort der Klage unterdrückt, bestraft, heruntergemacht, beleidigt, verfolgt, misshandelt, zu Boden geschlagen, entwaffnet, geknebelt, eingesperrt, füsiliert, beschossen, verurteilt, verdammt, deportiert, geopfert, verkauft, verraten und obendrein verhöhnt, gehänselt, beschimpft und entehrt zu werden. Das ist die Regierung, das ist ihre Gerechtigkeit, das ist ihre Moral.“
Pierre-Joseph Proudhon (*1809 †1865)

gefunden bei :        http://barakas-netzgefluester.de/

Georg Kreisler – Wir sind alle Terroristen
http://www.youtube.com/watch?v=cHWlWjjePYo
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Georg Kreisler – Der Euro
http://www.youtube.com/watch?v=NIJ-I2gzxEA
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Georg Kreisler – Schützen wir die Polizei!
http://www.youtube.com/watch?v=evIhyiEv7Rw
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Georg Kreisler – Kapitalistenlied
http://www.youtube.com/watch?v=fkaYbUcqFU8
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Georg Kreisler – Meine Freiheit, deine Freiheit (live)
http://www.youtube.com/watch?v=Nm90tBdEqac
Veröffentlicht am 01.03.2012 von SCHMUNZELTV

Freiheit hat mit Deutschland selbstverständlich was zu tun
Sofern man wirtschaftlich dazu was beiträgt
Manche müssen unfrei bleiben – keiner ist imun
Wenn er den Zug versäumt, er ihn dann freiträgt
Wenn er den Zug nicht sieht und alles komplizieren muss
Tja, da wird es Regeln geben, die er respektieren muss
Dann wird ihm sein Arbeitgeber vielleicht sagen:

Meine Freiheit muss noch lang nicht deine Freiheit sein
Meine Freiheit ja, deine Feiheit nein
Meine Freiheit wird von der Verfassung garantiert
Deine hat bis jetzt nicht interessiert
Meine Freiheit heißt, das ich Geschäfte machen kann
Und deine Freiheit heißt, du kriegst bei mir ’nen Posten
Und da du meine Waren kaufen musst, stell ich dich bei mir ein
Dadurch verursacht deine Freiheit keine Kosten

Und es bleibt dabei:
Dass meine Freiheit immer wieder meine Freiheit ist
Deine Freiheit bleibt – meine einverleibt
Und wenn ich meine Freiheit nicht hab, hast du deine Freiheit nicht
Und meine Freiheit wird dann durch zu deiner Pflicht
Also verteidige meine Freiheit mit der Waffe in der Hand
Und mit der Waffe in den Händen deiner Kinder
Damit von deinen Kindern kein Freund der Arbeit je vergisst, was Freiheit ist

Meine Freiheit sei dir immer oberstes Gebot
Meine Freiheit bleibt – treu bis in den Tod
Und wenn dir das icht logisch vorkommt, dann denk an eines bloß:
Ohne meine Freiheit bist du arbeitslos!
Ja, Freiheit ist was anderes als Zügellosigkeit
Freiheit heißt auch Fleiß, Männlichkeit und Schweiß
Ich werd‘ dir sagen, was ich heutzutag als Freiheitlich empfind:
Die Dinge so zu lassen wie sie sind!
Drum‘ ist in jedem Falle meine Freiheit wichtiger als deine Freiheit je
Meine Freiheit yes, deine Freiheit nee
Meine Freiheit ist schon ein paar hundert Jahre alt
Deine Freiheit kommt vielleicht schon bald!

Aber vorläufig ist nichts noch nichts aus deiner Freiheitsambition
Du hast noch keine Macht und keine Organisation
Ich wär‘ ja dumm, wenn ich auf meine Freiheit dir zu lieb‘ verzicht
Drum‘ behalt ich meine Freiheit
Du kriegst deine Freiheit nicht – noch nicht!!!

DenkMalBilder zu unserem SieSindSoMiesSystem

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